Vienna Calling - Studienfahrt `09

Wir befinden uns in den frühen Morgenstunden des 21. September 2009, ein Montag wie jeder andere auch. Noch hält die Dunkelheit die Umgebung fest umschlungen und wird nur durch das matte Licht ein paar einzelner Laternen durchdrungen, die die, allen Lesern dieses Heftes, nur allzu bekannte Nellinger Straße "In den Anlagen" säumen, welche auch heute wieder, wie immer zu dieser Zeit, verlassen und still da liegt, bis auf ein Grüppchen noch reichlich verschlafen wirkender Abiturienten. Doch Rettung naht: "Steven, the bus driver" fährt vor.

Also schnell den Bus betreten, sich breitmachen (oder auch nicht), die Straße hinunter gleiten, einschlafen und irgendwann im Sonnenaufgang auf der Autobahn wieder erwachen und feststellen, dass aus den Boxen des Buses Falco ertönt und dass es noch knappe zehn Stunden Fahrt sind, die einen vom anvisierten Ziel, der österreichischen Hauptstadt, trennen. Aber wen kümmert das schon - Tankstellen, Städte, alles zieht auf der anderen Seite der Fensterscheibe vorbei, und am frühen Abend parkiert "Steven, the bus driver" unser Gefährt schließlich unter tosendem Applaus vor der für uns bestimmten Herberge.

Noch am selben Abend wird der Wiener Zentralfriedhof begangen, zum Grab des großen Falco gepilgert und aufgrund demonstrativer Ignoranz gegenüber den offiziellen Öffnungszeiten fast der Grundstein für eine Nacht zwischen Grabsteinen und Mauern gelegt.

Die nächsten Tage verstreichen voller Programm, die Nächte voller schlafloser Stunden und irgendwann hören auch die Füße einfach auf zu schmerzen.

Wir wandern durch die Stadt, lernen sie anhand von drei sehr unterschiedlichen Führungen kennen, statten dem Weindorf Retz und seinen Katakomben einen Besuch ab, sehen Shakespeares "Ende gut, alles gut" in einem Ableger des Burgtheaters, bestaunen das wahnsinnige Vermächtnis des Friedensreich Hundertwasser, eine grandiose Ausstellung mit Malern des Impressionismus in der Wiener Kunsthalle "Albertina", taumeln durch die Nächte, versinken im berüchtigten Bermudadreieck, von dem wir trotz allem mehr erwartet hätten, essen eines der Wiener Zentimeterlokale leer und sitzen plötzlich freitagmorgens wieder im Bus Richtung Ostfildern, den Kopf voller Gedanken, Erinnerungen, die Kameras gefüllt mit Bildern, und mit dem Gefühl, dass sich so etwas wohl nicht wiederholen wird.

Und wieder fährt "Steven, the bus driver" an der Schule vor, wir steigen aus, holen die Taschen aus dem Businneren und nehmen den altbekannten Weg nach Hause, den wir in dieser Form nun nicht mehr lange gehen werden.

 

Ein Dank für Organisation und Begleitung geht an dieser Stelle noch an Frau Dietzel, Herrn Greis und Herrn Reichert. (Tobias Gralke, Jgst. 13)