Ehrfurcht machte sich breit bei den Schülern des Heinrich-Heine-Gymnasium, als sie in der hall der Bedford High School for Girls an einer school assembly teilnehmen durften. Vieles war anders hier: Die Schülerinnen erhoben sich beim Eintreten der Schulleiterin und verhielten sich während der ganzen Zeremonie absolut still.
Das änderte sich jedoch in den nächsten Tagen, als die 3 Partnerschulen aus Cypern, England und das HHG das Projekt "Kulturelle Unterschiede" präsentierten. Dabei galt es unterschiedliche Sichtweisen zu den Themen Kleidung, Musik und Tanz, Essen und Vorbilder darzulegen.
Die Freunde aus Cypern zeigten sich in folkloristischer, die englischen Mädchen in schicker Schuluniform und wir Deutsche vermittelten einen Querschnitt unterschiedlicher Kleidungsstile an unserer Schule. Frech und mit viel Schwung schlenderten Anika, Thilo und Tino als punk-, rock und metal-Models über den Laufsteg.
Bei Musik und Tanz beließen es die Cyprioten auch bei der Tradition, die Engländer referierten über Ballett und führten durch die englische Pop-Geschichte. Und die Deutschen? Sie erinnerten sich an die gute alte Tanzstunde
und ließen Alexandra und Dominik ein klassisches Repertoire vom Chachacha bis zum Wiener Walzer darbieten. Karaoke zum Rap der Stuttgarter Gruppe "Massive Töne", dargeboten von Tobias und Tino, riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin und bei der abschließenden "Schwäbsche Eisebahn" schunkelten alle lustig mit.
Gastronomische Spezialitäten mussten auf eine Auswahl begrenzt bleiben. Cypern lud ein zu Feigen und getrockneten Weintrauben, England zu einem clanger, einem Fladen, der auf der einen Seite Herzhaftes und auf der anderen Seite Süßes enthält. Das war das Mittagessen der Farmarbeiter: praktisch, schmackhaft und immer verzehrbar. Da durften auf deutscher Seite Maultaschen, Gaisburger Marsch und Linsen und Spätzle natürlich nicht fehlen. Der kulinarische Höhepunkt waren handgeschabte Spätzle, die allen mundeten.
Vorbilder haben heute fast nur noch die 10 bis 12jährigen. Meist orientieren sie sich an Pop- oder Sportstars - Politiker sind nicht mehr interessant. Die 14 bis 16jährigen übernehmen nur das von bekannten Persönlichkeiten, was sie anspricht und die 17 und 18jährigen verzichten völlig auf Vorbilder und stellen sich im Internet selbst dar.
Ein Ausflug nach Cambridge und ein Tag in London rundeten diesen ersten Schritt auf dem Weg einer Partnerschaft zwischen Partnern ganz im Nordwesten und ganz im Südosten der EU und dem HHG ab. Wie gut die Stimmung in Bedford war, zeigt die Tatsache, dass Gäste aus England in Ostfildern die Pfingstferien verbringen wollen. Aus Partnerschaft ist also Freundschaft geworden. Darüber freuen sich natürlich auch die Begleitlehrer, Herr Haußmann und Herr Pfeiffer.
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