China in BW
Bericht über eine Veranstaltung des MKS
SCHULPANORAMA
Das Reich der Mitte in
Baden-Württemberg
DAS SCHULPROJEKT "CHINA - SPRACHE, WIRTSCHAFT, KULTUR"
BEGEISTERT AN DREI GYMNASIEN IM GROSSRAUM STUTTGART ALLE BETEILIGTEN
Seit dem Schuljahr 2004/2005 werden am Heinrich-Heine-Gymnasium in Ostfildern und am Stiftsgymnasium in Sindelfingen China-Arbeitsgemeinschaften angeboten. Am 7. Juni 2005 wurde das Projekt im Beisein des chinesischen Botschafters in der Bundesrepublik Deutschland, Ma Canrong, offiziell vorgestellt.

Die Schülerinnen und Schüler stellen ihre neu erworbenen Kenntnisse unter Beweis.

"Die Kinder finden Chinesisch ziemlich cool", so die eindeutige Aussage von Ju Wang-Sommerer, Chinesischlehrerin am Heinrich-Heine-Gymnasium in Ostfildern. An dieser Schule sind bereits zwei Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, in denen jeweils etwa 20 besonders begabte Schülerinnen und Schüler von muttersprachlichen Lehrkräften unterrichtet werden. Am Stiftsgymnasium in Sindelfingen läuft seit letztem Schuljahr eine China-AG und auch am Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart wurde zu Beginn dieses Schuljahres das Lehrangebot um Chinesisch erweitert.

Der chinesische Botschafter Ma Canrong
Schnell lernten die Schülerinnen und Schüler die vielen Schriftzeichen sowie die komplizierte Aussprache der chinesischen Wörter. Probleme gab es am Anfang lediglich mit dem Unterrichtsmaterial. Es gibt beispielsweise kaum deutsch-chinesische Schulbücher. Letztendlich konnten diese aber über die chinesische Botschaft beschafft werden. Bei dem neuen Lehrangebot steht nicht nur der sprachliche Aspekt im Vordergrund. Es sollen vertiefende Kenntnisse über den Wirtschafts- und Kulturraum China vermittelt werden. Deshalb wurde das Projekt auf den Namen "China - Sprache, Wirtschaft, Kultur" getauft.
BOTSCHAFTER SAGT UNTERSTÜTZUNG ZU
Bei der Veranstaltung am 7. Juni 2005 mit dem chinesischen Botschafter Ma Canrong, wurde das Schulprojekt durch den Ministerialdirektor im Kultusministerium, Thomas Halder, offiziell vorgestellt. Halder bezeichnete das vom Kultusministerium und der Stadt Stuttgart initiierte Projekt als einen "Brückenschlag zwischen Europa und Asien" und zeigte sich erfreut, dass dadurch die Neugierde der jungen Menschen auf andere Länder und fremde Kulturen geweckt werde. Bei der Vorstellung des Projekts im Neuen Schloss in Stuttgart konnten Schülerinnen und Schüler der drei Gymnasien umgehend ihre neu erworbenen Kenntnisse unter Beweis stellen, indem sie den chinesischen Botschafter in dessen Landessprache begrüßten und sich für die zur Verfügung gestellten Lernmaterialien bedankten.
Der Botschafter lobte in seiner Ansprache die Tatsache, dass sich immer mehr deutsche Jugendliche für China und dessen Sprache interessieren würden. Immer mehr Studentinnen und Studenten wählten China als Ort eines Auslandsstudiums. Baden-Württemberg übernehme dabei eine Vorreiterrolle, denn es zähle zu den Bundesländern, die sehr früh Chinesisch in den Gymnasien erfolgreich eingeführt hätten. Der chinesische Diplomat sagte den drei Gymnasien weiterhin seine Unterstützung zu und bedankte sich bei jeder Schule mit je 100 Bänden Lehrmaterialien. Die Kulturbürgermeisterin der Stadt Stuttgart, Dr. Iris Magdowski, betonte, dass sich in China viele Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler für die deutsche Sprache, Kultur und Wirtschaft interessierten und dies die eigentliche "Initialzündung" und Ermutigung gewesen sei, das Projekt "China -Sprache, Wirtschaft, Kultur" zu starten.
"DIE JUNGE GENERATION AUF DIE ZUKUNFT VORBEREITEN"
Der Projektmanager für alle drei Gymnasien, Willy Fischer vom Heinrich-Heine-Gymnasium in Ostfildern, ist überzeugt, dass "der derzeitige Aufstieg Chinas das zukünftige Leben der Jugendlichen in hohem Maße beeinflussen wird." Deshalb sollen die Schülerinnen und Schüler auf diese Entwicklungen vorbereitet werden.
Auch für Ministerialdirektor Halder ist China für die baden-württembergische wie auch für die deutsche Wirtschaft ein Wachstumsmarkt, der berufliche Perspektiven für gut ausgebildete Nachwuchskräfte großer Unternehmen bieten kann. Dafür seien jedoch Kenntnisse der chinesischen Sprache, Geschichte und Kultur unerlässlich.

Ministerialdirektor Thomas Halder vom Kultusministerium stellte das Projekt vor.
FINANZIERUNG GESICHERT
Die Finanzierung des zunächst auf fünf Jahre angelegten Projekts ist mit Hilfe von verschiedenen Partnern gesichert. Der größte Anteil stammt von der Robert Bosch Stiftung. "Wir fördern das Projekt wegen seines Beispielcharakters für Völkerverständigung, Schul- und Schülerengagement sowie für öffentlich- private Partnerschaft", versicherte Dr. Joachim Rogall, Programmbereichsleiter der Stiftung. Daneben unterstützen auch Firmen wie beispielsweise die DaimlerChrysler AG sowie lokale Sponsoren die drei Gymnasien. Die Deutsche China-Gesellschaft (DCG) fördert das Projekt mit Informationen und Unterrichtshilfen. Dadurch bietet sich auch die Möglichkeit, den Sprachunterricht durch begleitende Veranstaltungen zur chinesischen Philosophie, Literatur, Kulturgeschichte und aktuellen Politik zu ergänzen. Auch das Kultusministerium und die Stadt Stuttgart haben ihre weitere Unterstützung zugesagt.
ERWEITERUNG DES PROJEKTS GEPLANT
Für die Zukunft haben die Beteiligten des Projekts "China - Sprache, Wirtschaft, Kultur" große Pläne: Gegenseitige Erstbesuche von ausgewählten Lehrkräften zur Initiierung und Begleitung von Austauschprogrammen werden angestrebt, damit Schulpartnerschaften mit chinesischen Schulen verankert werden können.
So soll es in naher Zukunft möglich sein, dass Schülerinnen und Schüler ihre erlernten Kenntnisse auch in die Praxis umsetzen können. Auch an den drei Schulen in Baden-Württemberg sollen die China-Arbeitsgemeinschaften weiter ausgebaut werden. Schon jetzt sind die Wartelisten lang, denn viele Jugendliche wollen das asiatische Land und dessen Sprache kennen lernen.
Andreas Schremmer
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