Fit für den Welthandel
Bericht der Stuttgarter Nachrichten vom 25.1.2006
VON CAROLIN SADROZINSKI
Mit Chinesisch fit für den Welthandel
Wirtschaftliches Profil mit Neigungsfach und Ökonomie-AG ausgebaut
Nur wenige Schritte trennen das Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) von den anderen Schulen im Schulzentrum Nellingen, dem Otto-Hahn-Gymnasium und der Realschule Nellingen. Berührungsängste gibt es nicht. In der großen Pause treffen sich Schüler aus allen drei Schulen auf den Pausenhöfen.
Einen Schwerpunkt am HHG bilden die Fremdsprachen. Seit fast 30 Jahren lernen die Schüler Englisch, Französisch und Spanisch. Englisch und Französisch stehen bei jedem Schüler auf dem Stundenplan, Letzteres nur bei denen, die sich für den sprachlichen Zug entscheiden. Der Kultur der Iberischen Halbinsel widmet das HHG eine Spanische Nacht, die die Schüler einmal im Jahr in der Aula veranstalten. Dann gibt es nicht nur Tapas und Paella, sondern auch eine Aufführung der Flamenco-AG.
Abgerundet wird das Sprachangebot des HHG durch die Kooperation mit dem benachbarten Otto-Hahn-Gymnasium, an dem eine Latein-AG für beide Schulen angeboten wird. Auf Grund der engen Zusammenarbeit bieten die Gymnasien regelmäßig gemeinsame Kurse für die Oberstufe in Chemie, Physik, Gemeinschaftskunde und Geschichte an. Außerdem teilen sich die beiden Gymnasien einen neuen Anbau.
Seit rund zwei Jahren setzt das HHG auch einen Schwerpunkt auf das Thema Wirtschaft. Für die Oberstufe gibt es das Neigungsfach Wirtschaft. Die Teilnehmer haben eine Schülerfirma gegründet, die Ringbuchordner nach den individuellen Wünschen ihrer Kunden gestaltet. Die Idee für das Neigungsfach entstand aus der E-Learning-AG. Leistungsstarke Schüler befassten sich intensiv mit der Globalisierung und entwickelten dazu ein Computerprogramm, das mit dem europäischen E-Learning-Award ausgezeichnet wurde.
Anhand des Programms können sich Schüler Wissen über den Welthandel aneignen und ihre Kenntnisse in Selbsttests überprüfen. Schülertutoren korrigieren dann die Antworten. "Das Programm wird schon bald von einigen elften Klassen anderer Schulen in den Unterricht integriert", sagt Wirtschaftslehrer Andreas Greis.
Im Rahmen der E-Learning-AG waren die Schüler auf die Wirtschaftsmacht China aufmerksam geworden. Das Gymnasium nimmt deshalb seit anderthalb Jahren als eine von drei Schulen an dem Projekt "China - Sprache Wirtschaft Kultur" teil. Über Spenden werden drei Chinesischlehrerinnen bezahlt, die 75 Schüler unterrichten. Teilnehmen können leistungsstarke Schüler ab einem Notendurchschnitt von 2,0.
"Die Schüler können in so kurzer Zeit nicht lernen, chinesisch zu sprechen. Wir wollen ihnen Grundkenntnisse vermitteln und ihnen die chinesische Kultur näher bringen", erklärt Schulleiter Thomas Kirchberger. Im nächsten Herbst können die ersten Schüler ihre neu erworbenen Kenntnisse in einem Schüleraustausch mit einer Partnerschule in Peking ausprobieren.
Aktualisiert: 25.01.2006, 06:12 Uhr
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