BOGY-Erfahrungen

Erfahrungsbericht aus der „Schlangengrube“ –
Ein BOGY–Teilnehmer erzählt

Vom 24. bis zum 28. Oktober 2011, warf das HHG die Schüler der 10. Klassen in die Schlangengrube der Arbeitswelt. Ich verbrachte mein spannendes Praktikum bei einem freien Journalisten in Stuttgart, der sowohl Journalist als auch Verleger der Magazine Laurus und Mag21 ist. Der Journalist ist im Medienhaus in Stuttgart-Süd ansässig, wo ich mehrere kleine Texte verfassen, den Internet Blog verwalten, und die spannende Aufgabe der Datenbankpflegeübernehmen durfte. Außerdem fiel mir viel Recherchearbeit zu, die ich mit Freude übernahm, da man dabei Neues kennenlernt. Das Positive am Beruf des Journalisten ist für mich, dass man nicht nur den ganzen Tag in einem sterilen Bürokomplex eine eintönige Arbeit vor dem Computer verrichtet, sondern dass man auch einfach mal rausfährt, immer auf der Suche nach einer neuen Story. So sind wir zum Beispiel am 26. Oktober zusammen in das Fraunhofer Institut nach Vaihingen gefahren, wo eine Preisverleihung der Initiative „Deutschland - Land ohne Grenzen“ an das Fraunhofer IPA vonstatten ging. Es gab einen schicken Empfang, darauf folgten zwei Stunden sehr spannender Vorträge über die Geschichte des Projekts und das Siegerthema, die voll automatisierte Hautzüchtung. Im Anschluss an die Vorträge und die Besichtigung des Labors, gab es noch Getränke und Kleinigkeiten zu essen, was ein weiterer Vorteil am Journalistenleben ist. Leider ist der Job als freier Journalist stellenweise langwierig, da fertige Texte oft zwischen Kunde, Grafiker und Journalist mehrmals hin und her geschickt werden müssen. Ein weiterer Makel ist die Datenbankpflege, die ich persönlich als sehr langweilig empfunden habe.

Alles in allem muss ich sagen, dass die BOGY Woche sehr interessant und richtungweisend für mich war, und ich mir den Job als Journalist gut als den meinen vorstellen könnte.
(Rafael Keroglu, 10c)

 


Bericht einer Schülerin aus dem Jahr 2007:

Was ist eigentlich BoGy ?
BoGy bedeutet Berufsorientierung am Gymnasium. Es ist ein einwöchiges Praktikum, welches in der 11. oder 10. Klasse des Gymnasiums stattfindet. Es soll Schülern die Möglichkeit geben, in ihren Wunschberuf hinein schnuppern zu können. Die Schüler müssen sich selbstständig um ihren Praktikumsplatz bewerben und anschließend auftretende Fragen, wie zum Beispiel über den "Arbeitsbeginn", die Kleiderordnung oder andere wichtige Punkte, in Eigenregie klären. Wenn es zu Problemen kommen sollte, kann man sich jedoch vor und während der Praktikumszeit an die zuständige Lehrkraft wenden. Während dieser Woche kann es auch vorkommen, dass der Lehrer einem am Praktikumsplatz einen unangekündigten Besuch abstattet, um zu sehen, ob alle Beteiligten zufrieden sind.

Tipps zum Praktikum

•  Es ist besser sich früh für einen Praktikumsplatz zu bewerben( am besten gleich nachdem man alle Unterlagen von der Schule erhalten hat), da diese nicht immer leicht zu haben sind und in der Zeit des BoGy sogar noch etwas schwerer, da es mehr "Konkurrenz" gibt.

•  Man bekommt nicht immer dort einen Praktikumsplatz wo man es gerne hätte, also muss man sich mehrere Möglichkeiten offen halten (also auch mal 4-6 Bewerbungen los schicken) und flexibel sein.

•  Persönliche Beziehungen können die Suche erleichtern. Genauso der Austausch mit Leuten die ihr BoGy schon hinter sich haben.

•  Bei größeren Betrieben ist es oft einfacher einen Platz zu bekommen, da diese meist mehrere Praktikumsplätze anbieten können.

•  Wenn man einen Praktikumsplatz gefunden hat, sollte man immer höflich sein und sich an die Regeln halten, die einem nahe gelegt werden.

•  Man sollte immer pünktlich sein, Interesse zeigen und gerne auch ein paar Fragen stellen.

Meine eigenen Erfahrungen:
BoGy war für mich eine interessante und wichtige Erfahrung. Ich habe zum ersten Mal Bewerbungen geschrieben und auch zum ersten Mal Absagen bekommen mit denen ich lernen musste umzugehen. Da ich erst relativ spät mit dem Bewerben angefangen habe, habe ich keine Stelle bekommen, wo ich es mir ursprünglich gewünscht hatte. Ich musste umdisponieren und auf persönliche Kontakte zurückgreifen. Was dann zum Glück auch geklappt hat. Diesen Stress empfehle ich aber keinem.

Das Praktikum selbst hat mir dann noch mehr Erfahrungen gebracht. Ich habe am eigenen Leib gespürt was ein 8 h Arbeitstag bedeutet, und dass er nicht nur mit spannenden und lustigen Aufgaben verbunden ist, sondern das es wirklich Arbeit ist. Wenn ich abends um 18.00 Uhr zuhause war, ging nicht mehr viel.

Bei mir lag es daran, dass ich das viele stehen nicht gewohnt war, aber ich denke, dass manch Anderer es sich auch einfacher vorgestellt hat.

Ich glaube dieses Praktikum hat mich auch in dem Glauben bestärkt, dass Schule in mancher Hinsicht doch ganz angenehm ist, außerdem bin ich mir jetzt sicher, dass ich den Beruf später nicht ausüben möchte. Im Großen und Ganzen halte ich dieses einwöchige Praktikum für sehr sinnvoll, vor allem für Leute die sich selber nicht aufrappeln können in ihrer Freizeit so ein Praktikum zu machen. Ich glaube, dass diese Zeit, mit ihren positiven wie auch negativen Erfahrungen, mir einen sehr guten Einblick in die Berufswelt verschaffen konnte.

Viel Spaß bei eurem BoGy :-)

Mit freundlichen Grüßen
Alexandra Scheipner

 


BoGy-Bericht aus dem Jahr 2005:

BOGY

(Berufsorientierung am Gymnasium für SchülerInnen der Klassenstufe 11)

 

Seit ungefähr 10 Jahren gibt es an baden-württembergischen Gymnasien eine außerunterrichtliche Veranstaltung – das BOGY.

BOGY ist die Abkürzung für „Berufsorientierung an Gymnasien", die Schülerinnen und Schülern erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt ermöglicht.

Da es ein einwöchiges Praktikum in einem Unternehmen bzw. einer Organisation der eigenen Wahl ist, muss man sich selbstständig am Ende der 10. Klasse um einen Platz bewerben. Im Deutschunterricht wurden wir auf das Thema „Bewerbung" und alles, was dazu gehört, vorbereitet.

Ich bewarb mich an unterschiedlichen Instituten für Biomedizin und Biochemie und absolvierte dann mein Praktikum, am Anfang der 11. Klasse, im ITV-Denkendorf, dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik. Im Forschungsbereich Biomedizin führte ich verschiedene Tests durch, stellte ein Präparat für ein Rasterelektronenmikroskop her und führte im Labor Versuche mit Zellen durch. Diese Zellversuche sind z.B. wichtig um festzustellen, ob giftige Substanzen, die für den Menschen zu Hautirritationen führen können, aus Textilen ausgedünstet werden. In vielen Rundgängen durch das Institut wurden mir diverse Maschinen vorgestellt, die dort entwickelt wurden. Da das ITV autark ist (es produziert sogar seinen eigenen Strom), kann man dort jeden einzelnen Schritt einer Produktion verfolgen.

Während des Praktikums hatte ich die Möglichkeit mit sehr vielen Personen unterschiedlicher naturwissenschaftlicher Studiengänge und Ausbildung in Kontakt zu treten und mich zu informieren. Ich habe sehr viele Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln können und wichtige Einblicke in theoretische und praktische Abläufe des Arbeitsalltages an einem Institut bekommen.

Durch das umfassende, interessante Praktikumsprogramm des ITV bin ich in meiner Entscheidung bestärkt worden, mich nach dem Abitur naturwissenschaftlich zu orientieren.

Die gesamte Klassenstufe empfand das BOGY als eine große Chance, um konkrete Vorstellungen zu Wunschberufen zu bestätigen oder zu widerlegen.

(Ariane Kirste, )