Suchtprävention von
Jugendlichen für Jugendliche
 

Seit dem letzten Schuljahr haben wir eine Schülergruppe aus der neunten und zehnten Klassenstufe, die im Sinne der „Prävention von Jugendlichen für Jugendliche“ als Multiplikatoren tätig ist. Die „Schülermultis“ haben dazu
an einem Seminar der Sucht- und Drogenberatungsstelle Esslingen teilgenommen und im Anschluss eine Schulstunde für die siebten Klassen gestaltet sowie das Thema in Plakaten aufgearbeitet.


Die "Schülermultis" zur Suchtprävention am HHG sind:

Johanna Grohmann 9b, Katharina Schurr 9b, Marie-Theres Hoika 9c, Sarah Cerny 9a, Christopher Oster 9c (von links)

 

 

Ein Bericht von Johanna Grohmann:

  Am 26.09.07 fuhren wir nach Wernau ins St. Antoniushaus um zusammen mit 15 Schülerinnen und Schülern aus anderen Schulen an dem Schülermultiplikatorenseminar teilzunehmen. Während des Seminars wurden wir darüber informiert, was die Folgen des Drogenkonsums sind und wir haben uns erarbeitet, welche Möglichkeiten es gibt um erst gar nicht auf Drogen zurückgreifen zu müssen. Die unmittelbaren Erfahrungen beim Drogenrausch waren beim Seminar weniger ein Thema. Zu Beginn schrieben wir unsere Erwartungen an das Seminar auf. Darauf folgte die Einführung ins Thema wobei wir ein Sucht-ABC erstellten. Dort fiel uns auf, dass nicht nur Drogen wie Haschisch und Heroin süchtig machen, sondern z.B. auch Alltägliches, wie Gummibärchen, Putzen oder Aspirin-Tabletten. Gegen Abend kam eine Schauspiellehrerin zu uns und zeigte uns lustige und unterhaltsame Arten Theater zu spielen. Wir machten alle voller Freude mit und brachten eigene Ideen ein. Zum Ende hin überlegten wir uns, was denn das Theaterspielen mit unserem Seminarthema zu tun hatte. Dabei kamen wir auf die Idee, dass es eine Möglichkeit sich von Problemen abzulenken oder diese zu verarbeiten, anstatt diese z.B. mit Alkohol runterzuspülen. Am nächsten Morgen sollte jeder ein Profil erstellen, in dem er festhielt, was er in einer Woche zu sich nimmt - ein sogenanntes Konsumprofil. Danach teilten wir uns in Gruppen auf und erstellten ein Plakat zu den Themen Alkohol, Rauchen, Musik und Sport, die wir uns dann später gegenseitig präsentierten. Wir diskutierten darüber, was man alles verlieren kann, wenn man dauerhaft Drogen konsumiert und auf welche Weise man sich vor dem Drogenkonsum schützen kann. Eines unserer Ergebnisse davon war, dass die Sucht eintönig macht. Dazu gibt es das Beispiel von dem Klavier und der Trillerpfeife: Ein Klavier hat viele Tasten und es gibt viele Möglichkeiten sich damit zu beschäftigen. Eine Trillerpfeife dagegen hat nur einen eintönigen schrillen Ton der nach einer Zeit auch langweilig wird und keinen Spaß mehr macht. Deswegen ist Vielfalt im Alltag wichtig. Am Nachmittag überlegten wir uns, wie es vom genussvollen Konsum von Kaffee, Alkohol etc., der ja von einem guten Gefühl begleitet wird, zum Missbrauch kommen kann, bei dem man das Mittel aus Ärger über andere Sachen nimmt und der Konsum, auch bei illegalen Dogen, schließlich zur Gewohnheit wird. Von der Gewohnheit kann es letztlich auch schnell zur Abhängigkeit kommen, d.h. man tut etwas, das schadet, doch man kann es nicht mehr lassen, weil der Körper und die Psyche davon abhängig geworden sind. Drogenabhängige merken oft als letzte, dass sie süchtig sind. Sie denken "Ich habe alles im Griff", während der Rest um sie herum schon Alarm schlägt. In Gruppen aufgeteilt machte wir uns Überlegungen, was man benötigt um seinen "Tank" wieder aufzufüllen, was soviel bedeutet, wie bei Problemen mit der Familie zu reden oder Zuneigung zu bekommen. Also hatten wir die Aufgabe jene Dinge, die uns im Leben als sehr wichtig erscheinen, auf Luftballons zu schreiben. Das erste, das wir natürlich auf die Luftballons schrieben, waren die Familie und Freunde, Hobbys und Freizeit. Diese Luftballonsammlung packten wir dann in einen großen Plastiksack als Symbol für den Tank, den wir brauchen um glücklich zu sein. Anschließend machten wir im Garten Vertrauensspiele, bei denen sich einer auf den Rest der Gruppe verlassen musste. Bei den Spielen wurde uns bewusst, dass wir nur als Team vorankommen konnten. Nach dem Abendessen kamen zwei Tänzer zu uns, von denen der eine mit den Jungs einen Breakdance-Tanz einstudierte und die andere mit den Mädels einen Hip-Hop-Tanz. Nach den Proben wurden die Tänze der jeweils anderen Gruppe vorgeführt und der Abend hatte einen schönen Ausklang. Auch Tanzen und Theaterspielen kann zur Vielfalt im Alltag beitragen. Am nächsten Morgen standen unsere Lehrer vor der Tür. Von unserer Schule traf Herr Siemers ein (Suchtpräventionslehrer am HHG) und nun besprachen wir in unserer Gruppe, was wir an die Schüler unsere Schule weitergeben wollten und wie wir das machen könnten. Nach dem abschließenden Mittagessen verabschiedeten wir uns von den anderen Schülerinnen und Schülern, die wir innerhalb der zwei Tage kennen gelernt hatten und fuhren zurück nach Nellingen. Das Seminar hat uns wirklich viele Informationen zum Thema Suchtvorbeugung gegeben und es ist nur weiterzuempfehlen!