HHG Schüler geehrt für seinen Einsatz bei der Loveparade

 

Bereits am 10. Dezember wurde Sebastian Baumbach, Schüler der Jahrgangsstufe 13, zusammen mit anderen Helfern für seinen Einsatz bei der Loveparade 2010 durch den Bundespräsidenten geehrt. 200 Helfer wurden stellvertretend für mehr als 6000 von Bundespräsident Christian Wulff im Schloss Bellevue empfangen und mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Sebastian Baumbach gehörte zu einer Gruppe von 30 Maltesern aus Nürtingen, die an jenem denkwürdigen 24. Juli Dienst in Duisburg machten. Für ihn war es der erste Einsatz in einer solchen Größenordnung, ganz zu schweigen von den schrecklichen Situationen, die er dort miterleben musste. Da seine Einheit ganz in der Nähe des Tunnels stationiert war, gehörte auch er zu denen, die Menschen aus dem Tunnel bergen halfen. "Es war extrem kräftezehrend, da wir die Verletzten auf Tragen von Hand schleppen mussten, weil keine Rolltragen verfügbar waren und wir damit uns auch kaum einen Weg durch die Massen hätten bahnen können." An Pausen war nicht zu denken, wollte er auch gar nicht. "Ich brauchte was zu tun, um mich abzulenken".

Im Nachhinein sind ihm all die Ehrungen fast peinlich, denn so viel Dankbarkeit erhält ein Rettungssanitäter sonst selten, obwohl sie oft in schlimme Situationen geraten. Für Sebastian war es trotzdem eine wichtige Erfahrung, da auch eine noch so gute Übung nur bedingt auf solche Situationen vorbereiten kann. Er weiß jetzt, was ein Katastropheneinsatz bedeuten kann. Schockiert haben ihn die vielen Neugierigen, die bis abends vor Ort ausharrten und nur wissen wollten, wie viele denn nun gestorben seien. Überdies die, wie er findet, "entwürdigenden Bilder von den Toten", wie sie danach in der Presse kursierten. Trotz allem bedauert er es, dass es keine Loveparade mehr geben wird, denn bis zum Unglück war es "ein wirklich tolles Event".