Orientierungstage
Ein Blick in eine andere
Welt - Orientierungstage
im Kloster
Zeit zum Nachdenken, Zeit für
Gespräche, Zeit für Stille, Zeit für
mich, Zeit zur Orientierung, Zeit
für Gott ... - Bildung ist nicht nur
eine „Kopfsache“,
„Herzensbildung“
gehört auch dazu!
Weil wir davon überzeugt sind,
ist es uns wichtig, unseren Schülerinnen
und Schülern an der
Schwelle zum Erwachsenwerden
auch Zeiten und Räume zu bieten,
in denen es möglich ist,
auch über persönliche Fragen und den
Sinn des Lebens nachzudenken.
Deshalb laden wir Religionslehrerinnen
und -lehrer am HHG
jedes Jahr die Zehntklässler zu „Tagen der Orientierung“ ein.
Wir verbringen zwei bis drei
Tage in einem der Klöster Neresheim,
Beuron oder Untermarchtal
oder in einem evangelischen
Einkehrhaus.
Dieser Ortswechsel
in eine ruhigere Gegend fernab
vom Großraum Stuttgart trägt
sehr dazu bei,
sich einmal auf
neue Fragen und meist ungewohnte
Antworten einzulassen.
An Orientierungstagen teilzunehmen
heißt, enger als sonst miteinander
in einer Gemeinschaft zu
leben und einem selbst gewählten
Thema, das alle angeht, nachzugehen.
Wichtiges, das im Alltag
manchmal in den Hintergrund
gerät, kann zur Sprache kommen
und die Suche nach Verständigung
kann ohne den 45-Minuten-
Takt im Hinterkopf erfolgen. Meditieren
und „Zur Ruhe kommen“
sind bei den Orientierungstagen
häufig gewünscht und fest im
Programm verankert.
Neue Impulse
für den Alltag ergeben sich
bei etwas Abstand und Ruhe in
einer Umgebung, die die Auseinandersetzung
mit sich selbst
erleichtert, nahezu von selbst.
Orientierungstage sind auch
Zeiten, in denen die Frage nach
Gott und seiner Bedeutung für
unser Leben Raum hat. Begleitet
werden wir von Mitarbeitern aus
der evangelischen und katholischen
Jugendarbeit, aber auch
von Nonnen oder Mönchen, die
uns Einblick in ihr Leben geben.
Gerade in der Begegnung mit
dem „ganz Anderen“ liegt ein
besonderer Reiz und die Distanz
zum Familien- und Schulalltag
kann neue Horizonte öffnen oder
wenigstens erahnen lassen.
(Ursula Schmidtblaicher, Ekkehard
Schuster)
Berichte von den Orientierungstagen 2012:
Wir, das heißt die Ethikgruppen der Klassen 10a bis d, hatten
dieses Jahr zum ersten Mal ein eigenes Programm für die
Orientierungstage, die es bis jetzt nur für die Religionsklassen
gab.
Auf dem Programm standen unter anderem verschiedene Teamgeist fördernde Spiele und der Besuch eines Hochseilgartens, was einigen von uns eine Menge Mut abverlangte, letztlich aber durch ein großartiges Freiheitsgefühl beim Hinunterspringen belohnt wurde! Außerdem setzten wir uns mit unserem Selbstbild und unseren Wünschen und Plänen für die Zukunft auseinander.
Am letzten Tag kochten wir alle gemeinsam im L-Quadrat mehrere Gerichte aus verschiedenen Ländern, z.B. türkische Zigarrenröllchen, bulgarisches Moussaka oder amerikanische Brownies, und stellten unsere Herkunftsländer und Kulturen vor.
Ziel der Tage war es, uns (selbst) ein bisschen besser kennenzulernen,
eigene Stärken zu finden – und natürlich Spaß zu
haben! Letzteres wurde auf jeden Fall erreicht.
Dafür bedanken wir uns herzlich bei Frau Reiniger, Frau
Monz und Frau Enz-Meyer, die unser Programm organisierten
und uns bei den einzelnen Aktivitäten begleiteten.
(Melike Şenel, Katja Deuschle 10b)
Kloster statt Stress Dieses Thema hatten sich
die 30 Schüler und Schülerinnen der evangelischen Religionsgruppen
für die drei Orientierungstage gewählt. Die Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen der evangelischen Schülerarbeit
hatten sich für das Thema ein abwechslungsreiches Programm
ausgedacht, das neben informativen Teilen auch einiges
an Aktivitäten und Erlebnissen bot. So gab es z.B. eine
Nachtwanderung mit Fackeln und das Spinnennetzspiel (siehe
Foto), bei dem man nur als Team gewinnen konnte.
Das klösterliche Ambiente in Neresheim war ein guter Rahmen
für eine Auszeit aus dem Alltag, der oft schon von
16-Jährigen als stressig erlebt und nicht selten auch (unbewusst)
so gestaltet wird. Die regelmäßigen Meditationszeiten
mit unterschiedlichen Meditationsformen und eine Entdeckungstour
durch die Abteikirche unterstützten das Programm.
Am Ende hatte sich das Programm für manche Schüler
und Schülerinnen doch als zeitlich etwas zu gefüllt erwiesen.
Von unserer Seite aus ein Lob für die Disziplin und die
Arbeitsfreude aller Teilnehmer aus den evangelischen Religionsgruppen.
(Jürgen Hudelmayer, Dieter Mauz)
Am Mittwoch, dem 29. Februar, trafen
wir uns mit Herrn Greis, um nach einem
verkürzten Vormittag in Richtung Cleebronn
aufzubrechen. Nach mehrfachem
Umsteigen kamen wir gegen Spätnachmittag
am Fuße des Michaelsbergs an, auf dem
sich unsere Jugendherberge befand. Dort
angekommen trafen wir uns in nach dem
Abendessen in unserem Gruppenraum zum
Abendprogramm. Wir sangen zusammen
und machten einige spielerische Wahrnehmungsübungen,
bevor wir unsere Stimmungslage anhand von biblischen Psalmen
zum Ausdruck brachten.
Am nächsten Morgen kamen wir nach dem Frühstück wieder zusammen. Nach einer Phantasiereise, die uns auf einen Fluss geleitete und bei der wir uns Gedanken über unseren bisherigen Lebensweg machten, hatten wir viel Zeit, um danach den Fluss unseres bisherigen Lebens auf große Plakatblätter zu malen. Anschließend schauten wir uns die Bilder, die wie in einer Galerie ausgelegt waren, in Stille an und schrieben Kommentare auf. Nachmittags stand Bibelarbeit auf dem Programm. Wir beschäftigten uns mit dem Gebet Jesu im Garten Getsemani. Aufgabe war es, in Gruppen ein Standbild mit den verschiedenen Rollen in dieser Bibelstelle darzustellen. Auch an diesem Tag hatten wir sehr viel Zeit, über unser Leben nachzudenken, wie es im Moment ist und in der Vergangenheit war.
Der letzte Tag stand eher unter dem Motto, wo wir einmal
hin möchten und was wir von uns selber und den anderen in
unserer Umgebung erwarten. Wir hörten uns vier verschiedene
Songs an, die sich alle mit diesem Thema auseinandersetzen,
jedoch auf unterschiedliche Art und Weise. Es waren
der Song „It’s my life“ von Bon Jovi, „Dieser Weg“ von Xavier
Naidoo, „Choose to be me“ von Sunrise Avenue, und von Juli
der Song „Elektrisches Gefühl“. Wir sollten uns nach dem
Anhören einem Lied zuordnen, welches unserem Leben im
Moment am besten entspricht. Nachdem wir uns darüber klar
geworden waren, wo wir im Moment stehen, wurde ein Fluss
aus Tüchern aufgebaut, der auf der einen Seite wild war und
auf der anderen ruhiger. Wir ordneten uns der Seite zu, die
unserem momentanen Leben am besten entsprach, und machten
uns Gedanken darüber, wo wir gerne stehen würden und
was wir eventuell machen könnten, um dort hinzukommen.
Wir haben alle diese drei Tage sehr genossen haben und hatten
viel Spaß zusammen.
(Sina Reese und Matthias Dousa, 10d)
Berichte aus den Vorjahren:
Zweieinhalb Stunden Zugfahrt, viermal umsteigen, und dann noch mit unserem ganzen Gepäck hoch zum Michaelsberg bei Cleebronn stapfen – da verging uns erst mal die Laune für die nächsten drei Tage. Doch der anstrengende Weg hat sich gelohnt! Das Jugendhaus auf dem Michaelsberg bot uns nicht nur gemütliche Zimmer, interessant gestaltete Räume und gutes Essen, sondern auch drei Tage abwechslungsreiche Gruppenarbeit zu den Themen Meditation, Zukunftserwartungen und Liebe, Partnerschaft und Sexualität. Diese Themen hatten wir selbst ausgewählt. Gleich am ersten Abend begannen wir mit dem Thema Meditation. Allerdings führten die praktischen Übungen nicht immer zur Ruhe. Den Abend ließen wir dann mit einem „Expuls“ in der am Jugendhaus liegenden Kapelle ausklingen. Nach dem Morgenimpuls, bei dem wir mit verbundenen Augen auf dem Gelände um das Jugendhaus herum den „roten Faden im Leben“ entdecken sollten, starteten wir gestärkt durch das liebevoll angerichtete Frühstück mit Tischgebet und Wettervorhersage voll Motivation in den zweiten Tag. Der wurde – ausgelöst durch die Frage, was Jungs von Mädchen erwarten und umgekehrt - ziemlich spannend. Aber wir überwanden diese Krise, genossen das immer besser werdende Verhältnis zueinander und führten intensive Diskussionen. Nicht zu kurz kamen aber auch unsere Freizeitaktivitäten wie der Ausflug durch Weinberge und Felder, um das kleine Dorf Cleebronn zu erkunden. Andere genossen die Ruhe auf den Zimmern, um Kraft für die letzte Nacht zu tanken. So war am dritten und letzten Tag der Morgenimpuls ziemlich unterbesetzt. Aber trotzdem setzten wir uns mit dem Talente-Gleichnis aus der Bibel auseinander und stärkten uns zum Abschluss mit vielen lieben und lustigen Beiträgen den Rücken. Nach einem letzten vielseitigen Mittagessen verließen wir den Michaelsberg mit guten Eindrücken und machten uns auf den Weg in die Heimat zurück. Trotz Höhen und Tiefen werden uns diese Orientierungstage noch lange in Erinnerung bleiben und wir werden bestimmt noch lange über die lustigen, aber oftmals auch unangebrachten Momente und Kommentare lachen und reden. Wir alle danken unseren Begleitern, Anna Ernst und Herrn Schuster, für die geduldige und gut aufgebaute Zusammenarbeit sowie für den vielen Humor. (Susanne Müller, 10c und Larissa Tauschek, 10b)

Zwei Tage im Kloster leben? Was
für die meisten Schülerinnen und
Schüler unvorstellbar ist, wurde
Ende März für interessierte 10er
Wirklichkeit - zumindest fast. Wie
in jedem Jahr boten die evangelischen
und katholischen Religionslehrkräfte
für ihre 10er Orientierungstage
an, die ins Kloster
führten.
Die beiden evangelischen Gruppen
gingen ins Kloster Neresheim.
Na ja, genau genommen
waren wir „nur“ im Jugendgästehaus
des Klosters, das direkt unter
dem Kloster liegt. Vom Kloster
haben wir trotzdem viel mitbekommen:
Wir haben an einem
Stundengebet der Mönche teilgenommen
(„Gar nicht so übel!“)
und wir wurden ausgiebig durch
die berühmte, wunderschöne Abtei
geführt („So viel Barock, Wahnsinn!“).
Der Höhepunkt war aber
ein Gespräch mit Pater Benedikt,
der es schaffte, alle Schüler zwei
Stunden lang zu „fesseln“- und
das nicht nur,
weil er nicht mit kritischen
Worten Richtung Namensvetter
in Rom sparte.
Unser eigenes Programm war
zweigeteilt:
Die Mitarbeiter der
Evangelischen SchülerInnenarbeit
hatten für uns ein Programm zum
Thema „Stress und Entspannung“ vorbereitet.
In unseren eigenen
Meditationszeiten gab es eine
Malmeditation, eine Phantasiereise,
eine Bildmeditation und zum
Schluss eine kleine Feier zum
Thema „Zeit“.
Als wir nach der Auswertung
noch Zeit hatten, gingen einige
von uns nochmals in die Abtei
und probierten mit Gesang und
Instrumentalmusik die unglaubliche
Akustik aus (acht Sekunden
Nachhall!).
Es waren wirklich zwei
erlebnisreiche und zugleich besinnliche
Tage im Kloster.
(Jürgen Hudelmayer)
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