Chinesisch am HHG - Presse und TV

TV-Bericht über Besuch der chinesischen SchülerInnen am HHG

Im September 2008 zeigt der SWR einen Film über den Chinaaustausch am Heinrich-Heine-Gymnasium:
Völkerverständigung mit Maultaschen

Erstmals besuchten in diesem Sommer 13 junge Chinesinnen und Chinesen eine Schule in Ostfildern. Die meist 15-jährigen Schüler und Schülerinnen der Affiliated High School of Peking University und ihre beiden Begleitlehrer waren von 14. bis 22. Juli zu Gast am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG). Sie erwiderten den Besuch der Chinesisch-AG des HHG an ihrer Schule. Bei fast allen Aktivitäten mit von der Partie war ein Kamerateam des SWR. Unter der Leitung von Susanne Bausch beobachtete das Team die chinesischen Gäste bei ihrem ersten Kontakt mit westlicher Kultur und Lebensweise. Der Fernsehbericht wird am 22. September gesendet.

Die chinesischen Gäste bei der Begrüßung in der Aula

Sogar zu Hause beim Familienleben in den Gastfamilien in Ostfildern durfte das Fernsehteam drehen. Die chinesischen Austauschschülerinnen und -schüler waren allesamt bei Familien untergebracht, was ihnen sichtlich gut gefiel. Sie genossen die Freiheit fernab von allem Schuldrill und waren begeistert von ihren Austauschpartnern und ihren Familien.

Selbst mit dem deutschen Essen kamen sie einigermaßen zurecht. Maultaschen, nicht nur italienischen Ravioli sondern auch den chinesischen Wan Tan nicht unähnlich, scheinen Völker verbindende Qualität zu haben.

"Die Deutschen sind viel lustiger und humorvoller, als wir dachten. Gar nicht so ernst und streng, wie man bei uns meint", erklärte Herr Tong die gute Stimmung unter seinen Schülern. Auf die Frage, was ihn am meisten überrascht habe, antwortete er: "Die vielen japanischen Autos. Und dass alles so sauber und ruhig und grün ist." Für einen geplagten Großstädter aus Peking scheint selbst der Großraum Stuttgart ein Luftkurort zu sein.

Begeistert waren die Schüler und Schülerinnen von den hübschen alten Häusern in Tübingen und Esslingen. Vor lauter Fotografieren kam man beim Rundgang kaum vom Fleck, alles war neu und anders, selbst die Schnecken. "They are much bigger than in China", begründete eine Schülerin das Blitzlichtgewitter in ausgezeichnetem Englisch.

Englisch war die Verständigungssprache, denn leider wird Deutsch an der chinesischen Schule bislang nicht unterrichtet. Und die Chinesischkenntnisse der Ostfilderner Schüler und Schülerinnen reichen zwar aus, um dieses oder jenes zu erfragen, aber noch nicht für ein richtiges Gespräch.

"Ganz im Sinne des Chinaprojekts 'Sprache, Kultur und Wirtschaft' sollen die Austauschschüler auch Einblick in die Kultur und Wirtschaft des Partnerlandes bekommen", erläutert Projektmanager Willi Fischer. Entsprechend umfasste das Rahmenprogramm Besuche in Firmen ebenso wie in Museen und Stadt- und Burgbesichtigungen. Ausgesprochen neugierig und wissbegierig ließen sich die chinesischen Gäste bei der Werksführung bei Porsche und im Daimler-Museum alles zeigen und erklären. Auch bei den Unterrichtsbesuchen und sportlichen Aktivitäten mit den deutschen Schülern machten alle mit und waren immer für einen Scherz zu haben.

Großen Spaß hatten die jungen Leute beim Stocherkahnfahren auf dem Neckar und beim Brezelbacken im Backhaus Zoller. Stolz hielten sie ihre selbst gemachten Brezeln in die Kamera des SWR Fernsehteams.
Der Filmbericht von Susanne Bausch thematisiert Veränderungen in den Schulpartnerschaften. "Offenbar ist im Zeitalter der Globalisierung das Interesse an einem Austausch mit Deutschland in China größer als in Großbritannien", berichtet Susanne Bausch.

Der Film will zeigen, warum die deutschen Schüler freiwillig Chinesisch lernen, was die Schüler aus China vor allem an Deutschland interessiert, was sie staunen lässt, was ihnen fremd ist, was die jungen Leute sich gegenseitig von ihrem Leben zeigen und wie auf diese Weise Völkerverständigung möglich wird - auch in einer gemeinsamen dritten Sprache. Möglich ist dies alle im Übrigen nur dank der Finanzierung durch die Wirtschaft, nicht durch das Kultusministerium. "China boomt und die Politik schaut zu!" kommentiert Susanne Bausch.

Die Sendung mit dem Titel "Die Chinesen kommen - Schüleraustausch im Wandel" wird am 22.September, 19.15 Uhr in der Reihe "Landesschau unterwegs" im Südwestfernsehen ausgestrahlt.

(P. Enz-Meyer)




Mit Chinesisch fit für den Welthandel

Wirtschaftliches Profil mit Neigungsfach und Ökonomie-AG ausgebaut

Ein Bericht der Stuttgarter Nachrichten vom 25.1.2006 von Carolin Sadrozinski

Nur wenige Schritte trennen das Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) von den anderen Schulen im Schulzentrum Nellingen, dem Otto-Hahn-Gymnasium und der Realschule Nellingen. Berührungsängste gibt es nicht. In der großen Pause treffen sich Schüler aus allen drei Schulen auf den Pausenhöfen.

Einen Schwerpunkt am HHG bilden die Fremdsprachen. Seit fast 30 Jahren lernen die Schüler Englisch, Französisch und Spanisch. Englisch und Französisch stehen bei jedem Schüler auf dem Stundenplan, Letzteres nur bei denen, die sich für den sprachlichen Zug entscheiden. Der Kultur der Iberischen Halbinsel widmet das HHG eine Spanische Nacht, die die Schüler einmal im Jahr in der Aula veranstalten. Dann gibt es nicht nur Tapas und Paella, sondern auch eine Aufführung der Flamenco-AG.

Abgerundet wird das Sprachangebot des HHG durch die Kooperation mit dem benachbarten Otto-Hahn-Gymnasium, an dem eine Latein-AG für beide Schulen angeboten wird. Auf Grund der engen Zusammenarbeit bieten die Gymnasien regelmäßig gemeinsame Kurse für die Oberstufe in Chemie, Physik, Gemeinschaftskunde und Geschichte an. Außerdem teilen sich die beiden Gymnasien einen neuen Anbau.

Seit rund zwei Jahren setzt das HHG auch einen Schwerpunkt auf das Thema Wirtschaft. Für die Oberstufe gibt es das Neigungsfach Wirtschaft. Die Teilnehmer haben eine Schülerfirma gegründet, die Ringbuchordner nach den individuellen Wünschen ihrer Kunden gestaltet. Die Idee für das Neigungsfach entstand aus der E-Learning-AG. Leistungsstarke Schüler befassten sich intensiv mit der Globalisierung und entwickelten dazu ein Computerprogramm, das mit dem europäischen E-Learning-Award ausgezeichnet wurde.

Anhand des Programms können sich Schüler Wissen über den Welthandel aneignen und ihre Kenntnisse in Selbsttests überprüfen. Schülertutoren korrigieren dann die Antworten. "Das Programm wird schon bald von einigen elften Klassen anderer Schulen in den Unterricht integriert", sagt Wirtschaftslehrer Andreas Greis.

Im Rahmen der E-Learning-AG waren die Schüler auf die Wirtschaftsmacht China aufmerksam geworden. Das Gymnasium nimmt deshalb seit anderthalb Jahren als eine von drei Schulen an dem Projekt "China - Sprache Wirtschaft Kultur" teil. Über Spenden werden drei Chinesischlehrerinnen bezahlt, die 75 Schüler unterrichten. Teilnehmen können leistungsstarke Schüler ab einem Notendurchschnitt von 2,0.

"Die Schüler können in so kurzer Zeit nicht lernen, chinesisch zu sprechen. Wir wollen ihnen Grundkenntnisse vermitteln und ihnen die chinesische Kultur näher bringen", erklärt Schulleiter Thomas Kirchberger. Im nächsten Herbst können die ersten Schüler ihre neu erworbenen Kenntnisse in einem Schüleraustausch mit einer Partnerschule in Peking ausprobieren.